Hast du schon einmal erlebt, wie ein Mensch plötzlich zu lächeln beginnt, wenn sich eine Ziege nähert? Wie sich Hände ganz vorsichtig ausstrecken, um das weiche Fell zu berühren? Wie Erinnerungen wach werden – an Kindheit, an Landluft, an früher?
Ich begleite meine Ziegen Max oder Amiro und Möckli im Doppel auf Besuchen in Seniorenzentren, Pflegeheimen und Schulen. Sie sind freundlich, neugierig und sehr menschenbezogen.
Die Ziegen lassen sich streicheln und füttern. Ich bin dabei stets an ihrer Seite, sorge für Sicherheit und dafür, dass weder Mensch noch Tier überfordert werden.
Können Ziegen singen?

Nein! Sie meckern nur. Und ab und an frisst eine von ihnen auch mal ein Notenblatt auf. So wie kürzlich in der geschützten Wohngruppe des Alterszentrums Weinfelden.
Es war ein heisser Nachmittag. Davon haben die Bewohnenden wohl gar nicht so viel mitbekommen. Zu sehr faszinierte sie die Anwesenheit meines Ziegenbocks Max. Er ist einfach ein grossartiger Junge: ausgeglichen, ruhig und immer offen für neue Begegnungen. Besonders dann, wenn er mit Blevita bestochen wird.
Ich durfte in den letzten Wochen verschiedene Alterszentren mit meinen Ziegen besuchen. Es berührt mich jedes Mal aufs Neue, welchen Zugang sie zu älteren Menschen finden. Gerade Menschen mit Demenz schliessen sie oft direkt ins Herz.
Ganz besonders gefreut hat mich die Rückmeldung von Ursula Bacher, der Leiterin der geschützten Wohngruppe in Weinfelden:
«Unsere Bewohnenden sind nach solchen Anlässen oft unruhig und wollen nach Hause. Heute waren sie alle sehr ausgeglichen.»
Puh … Hühnerhaut pur.
Apropos Hühner: Dieses Frühjahr habe ich zwei Hennen und einen Hahn (der war eigentlich nicht geplant) für Besuche in Alterszentren gezähmt. Natürlich sind auch sie grau. Wer also keinen Bock auf Ziegen hat, kann ab sofort auch gefiederte Besucherinnen buchen.
Impressionen unseres ersten Ziegenbesuchs in Uzwil





Besuch von Amiro und Anna im SeniorenZentrum Uzwil vom 5. Mai 2025
Warum Ziegen?
Ziegen sind soziale Wesen. Sie leben seit Jahrtausenden mit dem Menschen und bringen vieles mit, was eine tiergestützte Begegnung so besonders macht:
- Sie binden sich rasch an Menschen und erzeugen ein Gefühl von Zugehörigkeit.
- Sie sind aufmerksam und feinfühlig, spiegeln die Körpersprache ihres Gegenübers und fördern so Selbstwahrnehmung und Präsenz.
- Sie wecken Erinnerungen, besonders bei älteren Menschen, die Ziegen oft noch aus ihrer Kindheit kennen.
- Sie laden ein zum Innehalten, Staunen und zur echten, unverstellten Begegnung.
Forschungsprojekt der Berner Fachhochschule
Für die Förderung von Wohlbefinden und psychischer Gesundheit älterer Menschen gelten tiergestützte Interventionen als vielversprechend. Während positive Effekte dokumentiert sind, fehlen Erkenntnisse zur Umsetzungspraxis und zum Tierwohl.
Die Berner Fachhochschule forscht im Moment zu Nutztierbesuchen in Alters- und Pflegeheimen. Prof. Dr. Sigrid Haunberger leitet das Projekt.
Eindrücke von einem privaten Ziegenbesuch











Amiro und Mister Möckli sind stubentauglich aber nicht ganz stubenrein
Für wen eignen sich Ziegenbesuche?
- Alters- und Pflegeheime
- Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
- Schulen
- Firmen, die Teambildung einmal anders erleben wollen
Organisatorisches
Ein Besuch dauert rund 1.5 Stunden. Die Anfahrt sollte nicht länger als 30 Minuten pro Weg betragen.
PS: Ich besuche übrigens auch als Clown Mimi Alters- und Pflegeheime.











