Blog

Glücksfall

Einst war dieser Wasserfall Inspiration für eines meiner Bilder. „Glücksfall“ habe ich es genannt. Kürzlich zog es mich wieder dorthin – dieses Mal mit der Kamera im Gepäck. Meine Tiere sind ja sowieso treue Fotomodelle. Dankbar, geduldig – naja, meistens.

An diesem Tag war es ziemlich feucht – wie so oft, wenn man sich bis zuhinterst ins Safiental wagt. Aber wir haben dem Wetter getrotzt. Hochgekraxelt, Schritt für Schritt. Unterwegs sammelte ich Frauenmänteli für einen feinen Tee, während Max und Florentine sich immer wieder mal in die Wolle kriegten.

Oben angekommen: Stille. Nebel. Und dann doch – eindrückliche Bilder. Ein Wasserfall, der sein Lied in den Tag singt. Und mittendrin wir.

Zum Vergleich hänge ich mein damaliges Bild „Glücksfall“ gleich noch an. Vielleicht erkennst du die Magie wieder.

Stubentauglich – stubenrein (zumindest heute)

Herr Möckli, das FM1-Geissli, lebt nun seit rund einem Monat bei uns. Er hat sich gut eingelebt und die Kastration bestens überstanden. Heute durfte er zusammen mit dem zweijährigen Amiro erstmals mit nach Sitterdorf – ins Wohnzimmer meiner Eltern.

Warum ich das mache? Zum einen freuen sich meine Eltern jedes Mal riesig über den Besuch. Zum anderen nutze ich solche Besuche als sanftes Training für spätere Einsätze in Alters- und Pflegeheimen. Aktuell nehme ich nämlich an einem Projekt des Schweizer Tierschutzes (STS) teil, das tiergestützte Aktivierungen in Seniorenzentren fördert. Die ersten sechs Besuche können von den Heimen direkt über den STS abgerechnet werden.

Und wie hat sich Herr Möckli nun in der warmen Stube geschlagen? Ganz hervorragend – abgesehen von einem kleinen Ausrutscher: dem beherzten Sprung auf den Stubentisch. Ansonsten war er ruhig, neugierig und voller Entdeckerfreude. Möckli ist ein furchtloser, aufgeschlossener kleiner Kerl – und ich freue mich auf viele gemeinsame Jahre mit ihm.

Aton hat Frühlingsgefühle

Hast du Aton gesehen? Was macht er denn da?

Er flehmt. Beim Flehmen ziehen Ziegen (und viele andere Säugetiere wie Pferde oder Katzen) die Oberlippe hoch und rümpfen die Nase, um Gerüche besser wahrzunehmen. Dabei nutzen sie das Jacobsonsche Organ (Vomeronasalorgan), das auf Pheromone und andere chemische Reize spezialisiert ist. Dieses Verhalten hilft besonders bei der Wahrnehmung von Fortpflanzungsgerüchen.

Fortpflanzen kann sich der arme Aton leider nicht mehr. Aber da auch der jüngere Amiro beim Chänzeli in Zihlschlacht geflehmt hat, gehe ich davon aus, dass da ein echt spannender Geruch in der Luft lag.

Später sind wir noch einem älteren Herrn mit Jagdhund begegnet. Der Hund seinerseits hatte den Geruch der Ziegen schon hunderte Meter vor dem Zusammentreffen in der Nase.

Ich staune immer wieder, über die feinen Sinne der Tiere. Da machen sie uns echt was vor!

Frisch gestiefelt durch den Regen

Heute haben wir unseren Ziegen die Klauen geschnitten. Das mögen sie nicht besonders, muss aber alle paar Monate einmal sein.

Das Klauen-Schneiden bei Ziegen ist eine essenzielle Pflegemassnahme, um Lahmheiten, Fehlstellungen und andere gesundheitliche Probleme zu vermeiden. In der Natur nutzen sich die Klauen durch Bewegung auf harten Böden von selbst ab. In der Haltung, besonders auf weichem Untergrund (Weide, Stall), geschieht das nicht ausreichend, sodass regelmässiges Schneiden nötig ist.

Obwohl ich mit meinen Ziegen oft unterwegs bin, laufen sie ihre Klauen nicht genügend ab. Unsere Ziegen sind am ruhigsten, wenn sie während der Prozedur fressen können. Getrocknete Maiskolben eignen sich besonders, da sie damit eine Weile beschäftigt sind. Ich halte die Tiere jeweils an den Hörnern, während Werner die Klauen mit Messer und Rebschere schneidet.

Amiro und Anna hatten anschliessend Lust auf einen Spaziergang. Den drei Grossen war es heute zu nass.

Rein in den Sommer

Pünktlich zum 1. August haben wir unsere Sommerferien im Safiental eröffnet. Natürlich sind Florentine und Ziegenbock Max dabei. Wir wollen nämlich ein paar Ziegentrekkings machen.

Den ersten Nachmittag haben wir genutzt, um von Acla nach Tenna zu wandern. Der Wanderweg ist fast nicht genutzt und entsprechend überwachsen.

Wir sind dann im Tenna Hospiz eingekehrt und erst wieder los, als der Regen ein bisschen nachgelassen hat. Unten angekommen, waren wir alle sehr nass. Ziegen mögen das gar nicht.

Wir haben den Code zum Wunderland geknackt

Mindestens einmal im Jahr fahre ich ins Averstal. Dort habe ich schon als Kind Ferien gemacht. Wie immer begleiten mich mein Ziegenbock Max und meine Beauceron-Hündin Florentine. Wandern mit Geissen macht so viel Freude. Und bald wird Max eine richtige Packgeiss. Ich gewöhne ihn langsam an den Sattel. So wird er bald Gepäck tragen können. Kommt mit – wir nehmen euch auf die Reise ins Wunderland.

Schneewandern? Nein, danke!

Normalerweise haben wir während den Sommermonaten Hochsaison bei den Ziegentrekkings. Deshalb habe ich noch nie ein Trekking im Schnee gemacht. Jetzt weiss ich, dass meine Ziegen darauf wenig Bock haben.

Die Anfrage für das gestrige Trekking bekam ich bereits Anfang November. Damals hat es noch gar nicht nach Schnee ausgesehen. Dass der Winter dann so früh über uns hereinbrechen würde, war definitiv eine Überraschung.

Meine Gäste, ein junges Paar, das in Tokyo lebt und für ein paar Tage in Deutschland Urlaub macht, hat sich sehr auf das Trekking gefreut. In Japan ist unsere Heidi-Geschichte nämlich ein voller Renner.

Die Ziegen sind dann auch gerannt – allerdings nach Hause. Aber jetzt erst einmal der Reihe nach. Ich spreche mit meinen Gästen immer ab, welche Ziegen wir mitnehmen sollen. Denn Aton hat ja schon eine beeindruckende Figur. Es durften alle mit. Und wir haben sie dann – wie immer an der gleichen Stelle – freigelassen. Aton hat ziemlich deutlich gezeigt: „Wisst ihr was, ich habe null Bock!“ Und weg war er; mit ihm Minni und der kleine Amiro. Ich habe alle drei wieder geholt, während Max (an der Leine) bei den Gästen gewartet hat. Aton blieb an der Leine – Minni und Amiro sind dann wieder heim gerannt.

In Hohentannen sind wir bekannt. Und so habe ich einige Anrufe bekommen, dass die Ziegen los seien. „Alles unter Kontrolle“, habe ich gesagt. Denn Minni und Amiro waren bereits im Stall.

Wir haben dann mit Max, Minni und Amiro eine kleine Runde – natürlich an der Leine – und viele tolle Fotos gemacht. Happy end! Und vielleicht werden wir bald berühmt in Japan!

Fazit: Im Winter hocken die Ziegen lieber in der Stube.

PS: Jetzt habe ich gerade gemerkt, dass Amiro und ich die gleiche Haarfarbe haben.